Kieler Radsport Verein

24 Stunden von Nortorf - mit 585km aufs Treppchen geradelt

Svea Wenzel bewies bei diesem Radmarathon am vergangenen Wochenende eine echte Ausdauerleistung und erkämpfte sich den starken 2. Platz. Das Motto der diesjährigen 24 Stunden von Nortorf lautete: Just ride! Einfach fahren. Eigentlich ganz einfach; wenn da die 24 Stunden nicht wären.

Die Regeln des Marathons sind simpel: Der zu fahrende Rundkurs ist 28km lang, Start und Ziel sind in Nortorf und jeder fährt innerhalb der 24 Stunden so lange und so weit er kann. Gezählt werden nur ganze Runden. Pausen sind erlaubt.

Nicht nur Svea stellte sich erneut dieser Herausforderung. Auch Alex Ziems und Lars Neumann hatten sich bestens auf dieses Event und die Langstrecke vorbereitet, bei der insbesondere Ausdauerleistung und, im wahrsten Sinne des Wortes, Sitzfleisch gefragt sind. Nicht ganz so gut vorbereitet war lediglich das Wetter, das den Teilnehmern viele nasse Runden mit knackigem Gegenwind bescherte und den Fahrern einiges abverlangte. Am Samstag Vormittag um zehn Uhr fiel der Startschuss. Ab jetzt heißt es Fahren, Fahren, Fahren, bis es Nachmittag wird, bis es endlich trocken wird, bis es in die Abenddämmerung geht und bis es schließlich dunkel wird. In der Nacht wird es ruhiger und einsamer. Nicht alle sind jetzt noch auf der Strecke. Wer es nicht gewöhnt ist, die Nacht durchzumachen, hat spätestens jetzt mit Müdigkeit zu kämpfen. Viele haben mittlerweile das Fahrrad gegen das Bett getauscht. Wer jetzt noch fährt, ist froh über jeden Mitstreiter. Das beste Mittel, damit die Augen nicht zufallen, ist ein angeregtes Gespräch über Fahrräder, den nächsten Urlaub, das Wetter... oder was auch immer. Wenn es langsam wieder hell wird, ab 5 Uhr, weiß man, es ist fast geschafft. "Nur noch" 5 Stunden! Mittlereile sind die Rundenzeiten etwas langsamer geworden. Wenn es gut läuft, schafft man jetzt noch 5 Runden. Bis Punkt 10 Uhr muss man über die Ziellinie gerollt sein, damit die Runde noch zählt. Wie viele Pausen kann man sich jetzt noch leisten? Das Frühstück wird auf später verschoben (wer jetzt überhaupt noch etwas essen kann oder mag). Der Sattel ist längst unbequem geworden. Schafft man noch die 20 Runden, oder mehr? Mit der Aussicht aufs Podest zieht Svea zielstrebig die letzten Stunden durch und lässt dabei die meisten Männer hinter sich. Am Sonntag Vormittag, mit 21 Runden und 585km in den Beinen freut sie sich genauso über den Pokal in ihrer Hand, wie über das wohl verdiente Mittagsschläfchen.

Kaum einer, bei dem nach 24 Stunden Radfahren nicht irgendwo am Körper irgendetwas weh tut, geschweige denn, der jetzt noch im Sattel sitzen möchte. Selbst die kleine Stufe zum Siegerpodest zu erklimmen, war für manchen nun schon eine Herausforderung. Dem Körper wird in diesen 24 Stunden schon einiges abverlangt. Aber es wären nicht alle hier, wenn sie es nicht zum Spaß machen würden. Und eine Nacht drüber geschlafen sind die Wehwehchen auch schon wieder vergessen und wird die nächste Langstreckenfahrt ins Auge gefasst.

Von Webmaster am 09.07.2019
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