Kieler Radsport Verein

U 15 Nachwuchs im "Team Nord" bei der TMP Jugendtour

Vom 10. bis 12. Mai wurden dieses Jahr die 4 Etappen der internationalen Finishtime TMP Jugendtour, ehemals bekannt als Friedensfahrt, in und bei Gotha in Thüringen ausgetragen.

Ein Team bestand jeweils aus 4 Fahrern.

Schleswig-Holstein stellte für das Team Nord U15 mit Jim Rupprecht und Jonne Hesse 2 Fahrer vom Kieler Radsport Verein.

Eingeladen und Organisiert hatte der Landesverband Hamburg. Mit Malte Sigmund (FC St. Pauli) und Oscar Brünings, (Cyclocross-Hamburg) war das Team komplett.

 

Bei der gemeinsamen Anfahrt am Freitag und dem Prolog am Nachmittag, bei dem auf einem kleinen, profilierten Rundkurs erst einmal die Trikots ausgefahren wurden, hatten wir die Gelegenheit uns kennen zu lernen. Hier wurden unsere beiden Schleswig-Holsteiner gleich bei der ersten Zieldurchfahrt von einem Sturz im vorderen Feld aufgehalten und abgehängt. Sie organisierten sich in kleinen Gruppen dahinter. Jim konnte gerade noch eine Überrundung vermeiden, Jonne leider nicht, was aber keine Auswirkung auf die Gesamtwertung hatte.

Der Samstag forderte von den jungen Rennfahrern, uns Betreuern und dem Material alles ab.

Bei 5 - 7 Grad Celsius und starkem Regen über den ganzen Tag ging es für Jonne als erstem Starter schon um 9 Uhr ins Bergzeitfahren. Wir waren sehr gespannt, was die Zeiten gg die Fahrer aus ganz Europa wert sein würden. Die Überraschung: Jonne vor Jim und beide nicht die langsamsten!

Logistisch mussten wir uns nun schnell und kreativ so aufteilen, dass die U17 weiter unten am Start ihre Basis hatte, die U15 bereits am Ziel (Start für den Nachmittag) eine zweite Basis aufbaute. Gleichzeitig sollten die Jungs sich warm halten, ausruhen und genug essen und trinken, um für die schwere Bergetappe am Nachmittag einsatzfähig zu sein.

Aus dem Begleitfahrzeug heraus (dank an den LV Mecklenburg-Vorpommern!) war zu sehen, wie bereits gleich im ersten Anstieg nach der neutralisierten Startphase die ersten Fahrer aus dem Feld heraus fielen. Keiner aus dem Team Nord U15. Unser Ziel war es, sturzfrei zu bleiben und wenn möglich nicht überrundet zu werden, damit alle in der Gesamtwertung bis Sonntag verbleiben. Ein Ziel, was angesichts der Stärke und Klasse des Feldes ambitioniert war. Ich rechnete mit frühem Ausscheiden aus dem Hauptfeld. Runde um Runde passierten wir abgehängte Fahrergruppen... keiner aus dem Team Nord U15. Ich muss da jemanden übersehen haben! So war es aber nicht. Erst im letzten Anstieg zum Ziel hinauf teilte sich das Feld in eine starke Spitzengruppe und dem großen Rest, in dem sich alle unsere Athleten halten konnten. Wir waren begeistert.

Nun begann eine lange Warterei in der kalten Nässe, denn es war nicht möglich unsere U15er sofort ins Hotel zu bringen. Wir mussten auf die U17 warten.

Sonntag früh um 6:30 Uhr wieder am Frühstückstisch blickte ich in müde, aber immer noch motivierte Gesichter. Die Sonne kam auch wie versprochen über den Horizont. Um 9.00 Uhr der nun letzte Start in die finale Bergetappe mit einem längeren Anstieg. Als Team hatten wir uns nun richtig gefunden. Wir Betreuer arbeiteten Hand in Hand. Jeder hatte seine Aufgabe. Alu- Laufräder und Bremsen wurden wieder auf Carbon um montiert. Die Jungs gingen alle auf die Rolle. Wir besprachen einen Rennplan. Ziel war es heute gut auf einander Acht zu geben. Malte bekam freie Fahrt für die Gesamtwertung, Jim und Jonne sollten Oskar so lange wie möglich im Berg unterstützen und gemeinsam in Gruppen arbeiten.

Rasant ging es gleich nach dem Start in einen kleinen Anstieg. Bis auf Malte fielen unsere Jungs leider gleich hinten raus. Womöglich ein Tribut an die mangelnde Regeneration am Vortag. Jonne hatte auch in der langen Abfahrt Probleme den Speed der schwereren Fahrer zu halten. In der scharfen Kurve am Einstieg in den Berg kam über Radio Tour auch noch die Meldung, dass die Nr. 93 Defekt hat – Malte! Na, so läuft es eben... „Die 93 fährt wieder und hat Anschluss an das Feld“ Puh, Glück gehabt! Schaltfehler mit Kettenabwurf, wie ich später erfahren habe. Jonne kam wieder in die Wagenkolonne und Jim sah ich im Anstieg, wie er Oskar ans Hinterrad nahm. Klasse, das Team funktioniert, das wollte ich sehen!

Im Verlauf der 3 Runden kämpfte sich Malte immer wieder nach vorne. Jonne schaffte ebenfalls den Anschluss an das Verfolgerfeld und arbeitet gut mit Jim und Oskar zusammen. Im 3. Anstieg konnte Jim sich mit 2 starken Antritten aus der Gruppe lösen und einen kleinen Vorsprung heraus fahren. Oskar hatte dann leider auch noch ein kleines technisches Problem, was ihn die Gruppe kostete. Letztlich kamen aber alle 3 einigermaßen zeitgleich ins Ziel und nicht allzu weit hinter dem Hauptfeld.

Nach dem Ausfahren, Umziehen und Essen war nun endlich Zeit auch mal die anderen Rennen zu erleben. Hier wurden wir begeisterte Zeugen von Marla Sigmunds Sieg bei den U17 Mädchen. Zuvor hatte sie regelmäßig aus der Spitzengruppe heraus attackiert und dabei noch Bergpunkte eingefahren, wie wir vom Rennsprecher hören konnten.

Gelernt haben wir alle unglaublich viel.

Jims Fazit: in einer Gruppe zusammen zu arbeiten und den Windschatten gut nutzen, lohnt sich.

Jonne will sich ab nun nur noch auf der Rolle warm fahren und war beeindruckt wie geschickt man sich bei hohem Tempo mit 100 anderen bewegen muss. Eine ganz andere Ebene, als er das vom Specialized – Cup kennt.

Beide konnten sich von den starken Hamburger U17 so einiges abschauen und erfuhren, dass diese schon mit richtigem Trainingsplan und eigenem Trainingstagebuch arbeiten.

  • Unsere Lerninhalte waren ua:
  • Wann esse ich was, was gibt mir vor, während und nach dem Rennen die richtige Energie?
  • Wie fahre ich mich vernünftig auf der Rolle warm?
  • Was ziehe ich wann an?
  • Startnummern richtig anpinnen
  • Wie regeneriere ich zwischen den Rennen?
  • Streckenkenntnis ist von Vorteil
  • Zeitmanagement
  • Was brauche ich wann?
  • Wie packe ich eine Tasche übersichtlich, damit ich nicht hektisch vor dem Rennen suchen muss.

Beim nächsten Mal wird vieles reibungsloser ablaufen.

Für dieses grandiose Erlebnis geht auch unser Dank an die RG Hamburg, den LV Hamburg und natürlich an unseren eigenen Landesverband, der das alles ermöglichte!

Von Ian Hoesle am 16.05.2019
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